Berichte über Sturmfluten
Dyksterhusen, 16. Februar 1962:
Dyksterhusen ist eine kleine Ortschaft am Dollartdeich, nicht weit entfernt vom untergangenen Torum. In Höhe der Hausnummer 35 wird es in dieser Nacht kritisch: Die ungewöhnlich starke Brandung dieser Sturmflut beschädigt den Deich, überströmt ihn und reißt tiefe Löcher auf der Binnenseite, also der dem Land zugewandten Seite. Der Deich gerät ins Rutschen, aber die Bodenmassen werden vom Haus mit der Nummer 35 aufgehalten. Es gibt dem angeschlagenen Deich einen letzten und entscheidenden Halt: Kurz, bevor der Deich endgültig bricht, flaut der Sturm ab, der Wasserstand sinkt.
Februarflut 1825 Emden, 3. Februar 1825:
Vor allem die Emder, die in der Nähe des Hafens wohnen, bereiten sich auf die herannahende Sturmflut vor. Sie bringen Latten an den Türen ihrer Häuser an und dichten die Lücken mit Kitt oder Ton ab. Aber alle Mühe ist umsonst. Die Sturmflut peitscht das Wasser so hoch, daß die Menschen wieder ihre Habseligkeiten zusammenpacken und auf den Dachboden fliehen. Die Stadt Emden wird bei der Februarsturmflut 1825 so stark beschädigt wie kaum eine Gegend an der Küste.